Auch im heutigen allseits bekannten Gasthaus „Zur Rose“ befand sich früher einmal eine Brauerei, die schon vor 1880 bestand. Als Besitzer genannt wird Siegfried König. Der Schlussstein an einem Kellereingang weist die Jahreszahl 1879 aus und den Namen S. König. 1868 muss die Brauerei schon bestanden haben, denn ein Lebensmittelkontrolleur schrieb in einem Bericht vom gleichen Jahr schon von „Die Bierbrauer in Großheubach….“.
Dieser Siegfried König (1845-1906), der zusammen mit seinem Bruder August 1871 schon einmal Besitzer der Brauerei Freihof war, muss ein recht unsteter Geist gewesen sein. Jedenfalls reiste er wohl in der Absicht auszuwandern um diese Zeit nach New York, um dort 1872 seine Frau zu heiraten. Einige Jahre später war er wieder in Großheubach. Wann er die „Rose“ kaufte, ist nicht bekannt. Er hat die Brauerei offensichtlich recht erfolgreich betrieben. Mehrstöckige geräumige Bierkeller, über denen das Sudhaus stand, lassen den Schluss zu, dass die Brauerei nicht so klein war.
1900 verkaufte Siegfried König die „Rose“ an Josef Kirchhof in Kleinheubach. Die Besitzer und Pächter wechselten nun recht häufig. Wegen der dauernden Besitz- und Pächterwechsel muss es auch einige Produktionsunterbrechungen gegeben haben.
Im Februar 1909 erfolgte eine Zwangsversteigerung gegen Ludwig Oettinger, der seit 1905 Besitzer war, wegen „Substahation“, wie es in der Zeitung hieß. Ersteigert hat sie der Kleinheubacher Bierbrauer Karl Sotter, der 1904 schon einmal als Pächter auf diesem Objekt genannt wurde. Er bezahlte für die „Rose“ 24.000 Mark. Allzu lange konnte sich Sotter auch nicht halten. So konnte sie der Freihof-Bräu Johann Adam Dümig 1913 für 25.000 Mark erwerben. Dieser legte die Brauerei vermutlich kurze Zeit später still. Die Witwe von Dümig, die in der Zwischenzeit den Bierbrauer Leopold Galmbacher geheiratet hatte, verkaufte im Jahre 1919 die „Rose“ an den Landwirt Ludwig Deckart in Großheubach.
